Afrika

Alaa Derbali ist ein Student der Universität von Marrakesch, der sich an den dortigen Kämpfen gegen hohe Lebenshaltungskosten beteiligte und dabei auch festgenommen wurde. Seitdem befand er sich für zwei Jahre im Knast Boulmharez in Haft und nahm auch an einem 47-tägigen Hungerstreik teil, unter dessen Nachwirkungen er seitdem leidet. Am 21. Februar wurde er ein weiteres Mal festgenommen, als er sich an Protesten in Marrakesch beteiligte. Seitdem sitzt er in Oudaia im Knast.

Nachdem im Juni ein Friedensvertrag zwischen Azawad-Gruppen und regierungstreuen Milizen geschlossen wurde, sind die Kämpfe in Mali erneut ausgebrochen. Am 17. August griffen Angehörige der CMA (Koordinierung der Azawad-Bewegungen) bei Kidal eine regierungstreue Miliz an, nachdem diese auf ihr Gebiet eingedrungen war.  Obwohl der Umfang der Auseinandersetzungen momentan nicht denen vor knapp einem Jahr entsprechen, gibt es massive Reaktionen sowohl von den Regierungstruppen Malis, dessen Truppenbewegungen am 21. August in hoher Zahl beobachtet wurden, sowie der UN-Streitkräfte, die seit dem 18. August eine Stadt im Kerngebiet der Azawad-Bewegung besetzt und vom Rest des Landes abgegrenzt haben.
Die UN-Streitkräfte selbst wurden am 7. August hart von islamistischen Kräften getroffen, bei einer Geiselnahme in einem von der MINUSMA-Mission belegten Hotel in Sévaré wurden 13 Menschen getötet, darunter 4 Malier Soldaten und 4 Angehörige der UN.

Seit die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen des Landes feststehen haben die Kämpfe, die von Straßenschlachten und Barrikaden in den Städten ausgingen, ein neues Niveau erreicht. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen während der Wahlen sind laut UN 94 Menschen getötet sowie mindestens 40 Fälle von Folter dokumentiert worden. In den letzten zwei Wochen wurden fünf Angehörige der Regierungspartei getötet, darunter ein als de-facto Sicherheitschef des Landes geltender General, der für die Niederschlagung der Proteste verantwortlich war. Sein Fahrzeug wurde am 2. August mit Maschinengewehrfeuer und zwei Raketen attackiert. Ein weiteres Mitglied der Partei wurde am 5. August während einer Motorradfahrt von einer Menschenmenge mit Steinen beworfen, vom Motorrad gezerrt und erschossen.
Am 3. August wurde ein Anschlag auf einen Oppositionellen verübt, den er schwer verletzt überlebte.
Die Bullen sorgen mit Terror dafür, dass die Bevölkerung nachts ihre Wohnungen nicht verlässt, und ermorden dabei Regierungsgegner.
In verschiedenen Stadtteilen der Hauptstadt haben sich Gruppen von Jugendlichen bewaffnet, um für die Sicherheit ihres Viertels zu sorgen.

Die Ergebnisse der Wahl des amtierenden Präsidenten von Burundi sind keine Überraschung, sie stehen seit Beginn der Wahlen fest. Die Opposition boykottierte die Wahl, die Bevölkerung zu großen Teilen ebenfalls, die Zahl der Flüchtenden aus dem Land nimmt weiter zu.
Das Volk setzt sich weiter und militanter als zuvor auf der Straße gegen die Machterhaltung des Präsidenten zur Wehr, so wurde am 21. Juli ein Bulle erschossen, in der Hauptstadt sind Explosionen und Schüsse zu hören.
Das Ergebnis der Wahlen, abgesehen von der „Wiederwahl“ des Präsidenten, wird eine Verschärfung der Auseinandersetzungen sein.

In der sambischen Stadt Kibwe kam es am 29. Juni zu Ausschreitungen, bei denen über 140 Studenten verhaftet wurden und die Polizei massive Gewalt einsetzte. Grund für die Proteste, in deren Lauf es zu den Kämpfen kam war ein Streik bei der Copperbelt Universität, einer von drei Universitäten im ganzen Land. Die Studenten blockierten eine Hauptverkehrsstraße mit Baumstämmen und brennenden Reifen, nachdem den Bullen trotz Verstärkung die Tränengaskartuschen ausgingen und sie mit Steinen beworfen und überrannt wurden.

Am 12. Juni wurde ein Protest in Khartum gegen staatliche Enteignungen und Räumungen, um das Gelände für Konzerne nutzbar zu machen, mit massiver Gewalt angegriffen. Nachdem hunderte Jugendliche auf der Straße demonstriert hatten, wurden 3 Menschen getötet und etliche weitere verletzt. Diese Form von Enteignung, Proteste des Volkes dagegen und darauf folgende Ermordungen von Demonstranten sind im Sudan kein Einzelfall, der letzte Vorfall dieser Art geschah am 25. Februar im Vorort Al-Shajara.

Während die Proteste in Burundi unvermindert anhalten und neben einem Oppositionspolitiker, der mitsamt einem Leibwächter ermordet wurde, auch mehrere Demonstranten von Polizei und Militär erschossen wurden, wovon bei einzelnen Vorfällen einfach wild in die Menge gefeuert wurde, scheinen diverse imperialistische Kräfte aufgeschreckt zu sein.
Wie zuvor schon festgestellt, zogen Belgien und die Niederlande ihre Polizeikräfte im Land ab, und stellten die Unterstützung der Wahlen ein, die USA versuchten sich in Gesprächen mit dem amtierenden Präsidenten.
Mittlerweile zog auch Frankreich seine Sicherheitskräfte von der Arbeit in Burundi ab, die Europäische Union und die Schweiz hielten Gelder zur Unterstützung der Wahlen zurück und sogar die katholische Kirche schloss sich diesen Entwicklungen an.

Nach den Protesten gegen die dritte Amtszeit des amtierenden Präsidenten Burundis, die Ende April begonnen hatten, kündigte Belgien, der ehemalige Kolonialherr Burundis, am 11. Mai an, die finanzielle Unterstützung der Wahlen auszusetzen, sowie ein Projekt der Polizeizusammenarbeit belgischer und niederländischer Bullen in Burundi zu unterbrechen.
Am 13. Mai, als der Präsident Burundis nach Tansania zu Gesprächen mit der Afrikanischen Union und den USA reiste, wurde ein Putschversuch eines Generals des Geheimdiensts und anderer Militärs, gestartet, die die Proteste nutzen wollten, um die Macht zu übernehmen. Bis zum 15. Mai wurden Kämpfe gegen regierungstreue Truppen geführt, seitdem sind die Militärs auf der Flucht.
Am 16. Mai stürmten Bullen ein Krankenhaus in Bujumbura und eröffneten das Feuer auf Patienten, dabei wird einer Mensch getötet und weitere verletzt.