Die bürgerliche Presse vergießt bekanntlich seit dem 7. Oktober Krokodilstränen über das Schicksal tatsächlicher und vermeintlicher Opfer des nationalen Widerstandes des Volkes von Palästina und verbreitet allerlei Lügengeschichten über die „Terrormethoden“ des nationalen Widerstandes.

Ab Mitte November wurde innerhalb dessen Fokus auf eins von mehreren spezifischen Themen gelegt – die Frage der patriarchalen Gewalt, wie es nun überall heißt, die „systematisch als Kriegswaffe benutzte sexualisierte Gewalt durch die Hamas“. Die Weltgemeinschaft müsse endlich aufwachen vor diesem vermeintlich neuem Ausmaß an systematischen Vergewaltigungen. Blickt man in die Zeilen unter den Überschriften, findet man neben lauten Anschuldigungen so gut wie gar keine Tatsachen. Ein paar Medien schreiben von Augenzeugenberichten über Vergewaltigungen, andere begnügen sich schon damit, von Augenzeugenberichten, die darauf hinweisen, dass es so etwas in diesem und jenem Moment vermutlich gegeben hat, zu berichten. Aber Beweise für das, was dem palästinensischen Widerstand vorgeworfen wird, gibt es nicht. Die bürgerliche Presse sieht sich in Teilen gezwungen, das zuzugeben, und sucht nach Ausreden. So das Redaktionsnetzwerk am 2. Dezember: „Was die Beweislage erschwert: In vielen Fällen waren die Leichen in so schlimmem Zustand, dass Samen- oder DNA-Proben nicht entnommen werden konnten.“ Der Artikel hat den Untertitel „Enthüllungen über Brutalität und Schweigen“ und enthält überhaupt keine Enthüllungen, sondern Aussagen der völkermörderischen israelischen Polizei und von angeblichen Sanitätern, die keineswegs gezeigt oder näher benannt werden.

Die Neue Züricher Zeitung schreibt mit dem Anlass des nationalen Widerstands einen ganzen Artikel mit dem Titel Krieg gegen die Frauen: So funktionieren Vergewaltigungen als Waffe“ über Bosnien, die Ukraine, aber nicht über den nationalen Widerstand, um am Ende zum Fazit zu kommen:

Ob die Hamas die Vergewaltigungen in Israel systematisch als Kriegswaffe eingesetzt hat, werden die Aufarbeitungen zeigen. Noch wütet der Propagandakrieg. Der Streit dreht sich aktuell darum, wer die Gewalt wann anerkannt und verurteilt hat. Dabei gehen die wichtigsten vergessen: die betroffenen Frauen.“

Der Spiegel gibt noch deutlicher zu:

Ermittler der Polizei sowie einer Zivilkommission sammeln derzeit Material, um die Verbrechen aufzuklären. Doch mehrere Faktoren erschweren den Prozess, vor allem wohl die Tatsache, dass bei der Bergung der Leichen die Identifikation der Toten im Vordergrund stand – und eben nicht der Nachweis sexueller Gewalt. Dementsprechend hat es keine systematische Entnahme von DNA-Proben und nur in Einzelfällen forensische Untersuchungen gegeben, wie die Tageszeitung Haaretz berichtet. 

Der Zustand und die schiere Menge der Leichen, ein Mangel an Fachpersonal sowie teilweise bei der Bergung noch andauernde Kämpfe haben dies offenbar zusätzlich behindert. Das Ergebnis: Beweismaterial wurde mit den Körpern der Toten begraben.

Polizei und Ermittelnde fokussieren sich daher auf andere Beweismittel, also etwa auf Augenzeugenberichte und Aussagen von gefangenen Hamas-Kämpfern (Anm. der Red.: DER SPIEGEL hat keinen Einblick, unter welchen Umständen diese Aussagen zustande gekommen sind).“

Noch unkonkretere Beweise hat die Tagesschau:

Ein gerade veröffentlichtes Polizeivideo, das die ARD unabhängig nicht überprüfen konnte, zeigt die Befragung einer anonymisierten Überlebenden des Rave-Festivals in Re'im: „Sie haben jemanden gezwungen, sich zu bücken. Da habe ich verstanden, dass er sie vergewaltigt. Ich erinnere mich an die Bewegung. Dann hat er sie an jemand anders weitergegeben.“ Sie wisse nicht, was mit ihr passiert ist, sagt die Frau. Das Video endet. Sie ist nicht die Einzige, die Vergewaltigungen am 7. Oktober gesehen hat.

Es gibt andere Zeugen, die Ähnliches berichten. Einen Mann, der sagt, er habe zwei Vergewaltigungen gesehen. Einer Frau sei währenddessen in den Kopf geschossen worden. Die Augenzeugen geben an, sie hätten nur überlebt, weil sie sich totgestellt haben.

Berichte von Augenzeugen sind selten, weil die meisten Opfer von sexualisierter Gewalt ermordet wurden.“

Doch wenn die völkermörderische israelische Polizei „Untersuchungen“ macht und von Zahlen mutmaßlicher Vergewaltigungsfälle im vierstelligen Bereich spricht, dann reicht das hierzulande vielen selbsternannten Kämpfern für die Emanzipation der Frau, um sich auf die Seite der imperialistischen Aggressoren zu stellen. Seitens der bürgerlichen Presse hagelte es Anfang Dezember im Chor Kritik, dass die UN-Women 50 Tage gebraucht hätten, um die Angriffe der Hamas und vermeintliche „Massenvergewaltigungen“ zu verurteilen. Auch über das „Schweigen“ von Frauenorganisationen im Allgemeinen wurde sich lauthals beschwert. Die bürgerlich-feministische Zeitschrift „Emma“ hebt dabei hervor, dass sie das im Gegensatz zu anderen ja direkt getan hatte, und geht mit ihrem imperialistischen Chauvinismus gegen Muslime anlässlich des Kampfes in Gaza noch weiter:

Großrazzia gegen Islamisches Zentrum Hamburg“. Diese Nachricht, die am 16. November 2023 verbreitet wurde, haute mich schlicht um. Warum? Weil sie 20 Jahre zu spät kommt. Ich hatte das IZH 2002 an den Anfang „Einer frommen Reise durch Deutschland“ gesetzt (veröffentlicht in „Die Gotteskrieger und die falsche Toleranz“, KiWi). Damals hoffte ich naiv, dass das Islamische Zentrum (IZH) mit seiner märchenhaften „blauen Moschee“ an der teuren Hamburger Außenalster aufgrund meiner Recherchen sofort geschlossen werden würde. Es geschah – nichts.“

Es zeigt sich die zutiefst verlogene und rassistische Haltung sogenannter „Verteidiger der Frauenrechte“, die gegen den Widerstand der Völker der Welt hetzen und ihnen die ganze Brutalität des Imperialismus auf den Kopf wünschen. Dass es systematische Vergewaltigungen gegeben hat, können sie keineswegs beweisen, aber es passt in ihr chauvinistisches Weltbild, in dem Araber und andere unterdrückte Völker von Natur aus „Barbaren“ sind.

Abschließend eine inoffizielle Übersetzung eines auf A Nova Democracia geteilten Statements eines Mitglieds des politischen Büros der Hamas vom 31. Dezember:

Mit Bedauern müssen wir feststellen, dass die meisten westlichen Mainstream-Medien und Presseagenturen von der Voreingenommenheit gegenüber zionistischer Propaganda zur Komplizenschaft bei der Verbreitung von Lügen und Verleumdungen gegen die Palästinenser und ihren Widerstand übergegangen sind.

Die jüngste dieser irreführenden Meldungen wurde von der New York Times unter der Überschrift "'Screams Without Words': How Hamas Used Sexual Violence as a Weapon on October 7" von Jeffrey Gettleman und anderen veröffentlicht, in der es um Vorwürfe der Vergewaltigung und sexuellen Gewalt durch palästinensische Kämpfer während der gesegneten Operation Al-Aqsa-Flut am 7. Oktober ging.

Wie wir bereits erklärt haben, weisen wir diese Behauptungen kategorisch zurück und betrachten sie als Teil des zionistischen Versuchs, den Widerstand zu dämonisieren und die Kriegsverbrechen und völkermörderischen Verbrechen des zionistischen Feindes gegen unser palästinensisches Volk in aller Welt zu rechtfertigen.

Der Autor stützt sich ausschließlich auf Aussagen von zionistischen Regierungsvertretern, die nur im Rahmen der offiziellen zionistischen Propaganda und im Dienste der Dämonisierung des palästinensischen Volkes sprechen. Er gab auch Behauptungen von Frauen wieder, die sagten, sie hätten gehört, wie andere Frauen diese Behauptungen wiederholten, ohne dass es irgendeinen Beweis dafür gibt, dass unser Volk diese schändlichen Taten begangen hat.

Die Behauptungen der New York Times stehen im Widerspruch zu den Aussagen zahlreicher "israelischer" Frauen, die von einer guten Behandlung durch palästinensische Kämpfer am 7. Oktober berichteten. Jeder sachkundige und objektive Mensch kann diese Zeugenaussagen auf den Plattformen der sozialen Medien leicht finden. Diese Frauen sprachen mit den "israelischen" Medien, ohne eine der von der New York Times aufgestellten Behauptungen zu erwähnen.

In den Aussagen aller Frauen, die im Gazastreifen inhaftiert waren und anschließend freigelassen wurden, wurde lediglich die gute Behandlung durch ihre Entführer erwähnt, das Engagement der Kämpfer bekräftigt, sie zu beschützen und alles zu tun, um die schwierigen Umstände, die sie erlebt haben, zu lindern, und von den hohen humanitären Werten gesprochen, die sie im Laufe der Zeit bei den Kämpfern beobachtet haben.

Unsere Kämpfer sind Freiheitskämpfer und würdig und können solche schändlichen Taten nicht begehen. Unsere islamische Religion, unsere nationalen Werte und unsere soziale Kultur akzeptieren solche schändlichen Taten nicht. Nach den vom Obersten Justizrat in Gaza genehmigten Statistiken wurde kein einziger Fall von Vergewaltigung vor Gericht registriert.

Am 7. Oktober hatten unsere palästinensischen Kämpfer vor allem eine Aufgabe: unser Volk gegen die ungerechte Besatzung zu verteidigen und die erdrückende Belagerung unseres Volkes in Gaza durch die Gaza-Division der zionistischen Armee zu beenden. Diese Aufgabe haben sie erfolgreich, mit Manneskraft und Ehre erfüllt.

Die Operation "Al-Aqsa-Flut" dauerte nur wenige Stunden, danach zogen sich die meisten Kämpfer von den "israelischen" Militärstandorten zurück und kehrten nach Gaza zurück, um ihre Mission zur Verteidigung ihres Volkes gegen die faschistische zionistische Aggression fortzusetzen.

Wir haben wiederholt unsere Bereitschaft bekundet, internationale Untersuchungsausschüsse zu jedem Vorfall einzuladen, und die Organisation muss sich bereit erklären, diese Ausschüsse einzuladen oder internationale und UN-Gerichte anzurufen, wenn sie ihre Darstellung auf sachliche Beweise stützt.

Es sei darauf hingewiesen, dass die New York Times absichtlich alle in der Nacht und am Tag des 7. Oktober begangenen Verbrechen ignorierte, von denen sie behauptete, sie seien von Kämpfern begangen worden, die aber später von den zionistischen Medien als vorsätzlich von zionistischen Kräften begangen erwiesen wurden.

In Komplizenschaft mit der zionistischen Propaganda ignorierte der Bericht auch die Live-Zeugnisse palästinensischer weiblicher Gefangener, die nach dem Angriff im Gazastreifen und im Westjordanland entführt wurden und bestätigen, dass sie verbalen und physischen sexuellen Belästigungen durch zionistische Soldaten ausgesetzt waren, die vom Oberrabbiner der zionistischen Armee und anderen Rabbinern beraten und angeleitet werden, die öffentlich zur Vergewaltigung palästinensischer Frauen im Gazastreifen aufrufen und darüber in zionistischen Zeitungen geschrieben haben.

Abschließend: Wir fordern, dass sich die Zeitung für diesen professionellen Fehler entschuldigt, den Artikel sofort löscht und aufhört, zionistische Propaganda und Lügen zu übernehmen, um ihre Professionalität und ihren Ruf als angesehene und respektierte internationale Zeitung zu wahren.

Dr. Bassem Naim, Mitglied des Politbüros der Hamas - Gaza. Veröffentlichung am Sonntag: 18 Jumada Al-Akhir 1445 AH. Dies entspricht dem: 31. Dezember 2023“

 

Bild: Die UN-Frauen [Quelle: youthop.com]