Brasilien:
Am 07.Oktober eroberten mehr als 130 Bauernfamilien mit Unterstützung der Liga der armen Bauern in der Stadt Mocambinho im Bundesstaat Minas Gerais Ländereien zurück.Dieses Land welches in der Vergangenheit ist momentan Teil des gröten Bewässerungsprojekts Lateinamerikas mit dem Namen „ Jaíba“. Dieses kommt den armen Bauern der Region nicht zugute und führte zum Konkurs von vielen armen und kleinen Bauern die selber kleine Bewässerungsanlagen betreiben, während die Profite in das „ Jaíba“-Projekt fließen, welches sich in den Händen von Großgrundbesitzern befindet. Gleichzeitig fehlt vielen armen Bauern in der Region Land um sich und ihre Familien zu ernähren, weshalb die Bauernfamilien angekündigt haben die gesamte Fläche von 18.500 Hektar des  „Jaíba“-Projekt zurückzuerobern.

In dem Artikel der revolutionären, brasilianischen Zeitung A Nova Democracia wird deshalb von Rückeroberung gesprochen, weil es bereits im Jahr 2015 eine Besetzung der Flächen des „Jaíba“.Projekts durch Bauernfamilien stattgefunden hat, die jedoch damals von der Militärpolizei auf direkten Befehl des Bewässerungsbezirks Jaíba (DIJ) und auf Geheiß von Gouverneur Pimentel  vertrieben wurden. Damals, ein Jahr vor den Wahlen, versprachen die Lokalpolitiker die rechtliche Absicherung der Familien und einen garantierten Zugang zu Grundstücken und erschwinglichen Wohnraum. Acht Jahre später ist von diesen Versprechungen nichts übrig geblieben als eine Situation des Elends  in der die Bauernfamilien gezwungen sind von Tagelöhnerei und Ausgleichsmaßnahmen zu leben. Die Familien haben keine Arbeitsrechte, keine Sozialversicherungen und keine Unfallversicherungen. Sie sind den schlimmsten Arbeitsbedingungen in der Region ausgesetzt und werden von den örtlichen Großgrundbesitzern und Arbeitsagenturen aufs härteste ausgebeutet.

bauernfamilien besetzten jaibaprojekt

Zusammen mit den armen Bauern die unter dem Monopol des Bewässerungsprojekts in der Region leiden, leisten die Bauernfamilien seit Jahrzehnten Widerstand gegen diese Politik u.a. mit Straßenblockaden und Besetzungen von Behörden. Wie sehr Anziehungskraft dieser Kampf mit Unterstützung der Liga der armen Bauern nun hat, sieht man nach dem Berichten auch dadurch das jeden Tag mehr Familien, darunter viele Frauen mit Kindern sich am Kampf um Land anschließen.

Am 23. Oktober blockierten arme und landlose Bauern die in der Bewegung des Volkskampfes (MPL) organisiert Autobahnen in drei Städten im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul um ihr Recht auf Land und ihre demokratischen Rechte zu fordern. Im Rahmen dieser Blockaden verteilten die armen und landlosen Bauern und Aktivisten der MPL mehr als 5000 Flugblätter an angehaltene Fahrzeuge. Diese Blockaden waren Teil des Tag des Kampfes für Land, Arbeit, Wohnung und Volkssouvernität zu dem die MPL aufgerufen hatte um die Bundesregierung, das Landwirtschaftsministerium und  das nationale Institut für Agrarreformen aufzufordern, das Land an die armen und landlosen Bauern zu übergeben. Ein Sprecher MPL fasste die Situation in einem Interview mit einem lokalen Radiosender so zusammen, dass die Bauern des Wartens auf Landreformen überdrüssig sind und bereit sind loszuziehen und für ihr Recht auf Land zu kämpfen. In der Hauptstadt des Bundesstaates blockierten rund 100 Bauern die Autobahn mehr als fünf Stunden, so dass es zu einem Stau von 14 Kilometern kam. Die Blockade dauerte schließlich solange an bis Vertreter des Institus für Landreform aus Brasilia zu einem Treffen in die Stadt gekommen sind. Auch in der Stadt  Naviraí erreichten die Bauern das Vertreter des Instituts gezwungen waren sich mit ihnen ein Treffen anzubieten. Wobei den Behördernvertretern angedroht wurde, sofort wieder die Straße zu blockieren, sollte die Gespräche nicht zustande kommen.

mpl blockiert autobahnen

Nach Angaben eines Regionalleiters des Institus für Landreform campieren alleine im Bundesstaat Mato Grosso do Sul zwischen 6.000 und 7.500 Familien, die in 18 verschiedenen sozialen Bewegungen organisiert sind in ihrem Kampf für ein Stück Land auf dem sie leben und arbeiten können. Ein Koordinator der Bewegungs des Volkskampfes äußerte sich zu dieser Statistik in einem Gespräch mit der Zeitung A Nova Democracia so, dass viele der Bauern und ihrer Familien die letztendlich Teil anderer linker Bewegungen waren, sich von diesen zunehmend nicht mehr vertreten fühlen, u.a. weil diese Bewegungen im Dienste von bürgerlichen Parteien stehen würden. Nach Einschätzung des Koordinators der MPL entscheiden sich daher immer mehr Bauern für den Weg des Kampfes und gegen den bürkratischen Weg. Diese Forderungen mit Kampf zu erfüllen, sei die Aufgabe der MPL, so der Koordinator abschließend.

mpl blockiert autobahnen 2

Mexiko:
Im südöstlichen Bundestaat Puebla in der Gemeinde Altepxi trafen sich verschiedene Organisationen aus der mexikanischen Volksbewegung zu einer Versammlung der Völker zur Verteidigung von Wasser und Leben um auf den aus ihrer Sicht unmittelbar bevorstehenden Krieg gegen die Völker seitens des alten mexikanischen Staates, aufmerksam zu machen. Die Versammlung denunzierte das große imperialistische Konzerne immer mehr die Kontrolle über das Wasser übernehmen, während die Territorien von Indigenen und armen Bauern weiter durch staatliche und parastaatliche Stellen militarisiert werden um die Ausbeutung und Diebstahl der indigenen und bäuerlichen Lebensgrundlagen aufrechtzuerhalten. Die Versammlung formuliert weiter das die Konsequenz aus diesem Zustand der Ausbeutung und Unterdrückung sein muss, dass die Organisationen der Volksbewegung zusammenkommen und gemeinsam Formen des Kampfes, der Verteidigung und des Widerstandes entwickeln.

 Ebenfalls erinnert die revolutionäre Nachrichtenseite Solrojista das sich am 27. Oktober der Mord an dem Genossen Jesús Manuel García Martínez, "Chu Pau" zum ersten Mal jährt. "Chu Pau" wurde letztes Jahr von einem bewaffneten Kommando in der Gemeinde  Santa Cruz Tagolaba erschossen. Eine Gemeinde welche stark in den Widerstand gegen imperialistische Megaprojekte involviert ist. Dieses Attentat wurde von der Söldner- und Lumpenbande von "Tacho Canasta" verübt, welcher im Dienste des alten mexikanischen Staates und imperialistischer Konzerne die Drecksarbeit verrichtet um den interozeanischen Korridor zu errichten und dabei arme und indigene Bauern bedroht, enteignet und tötet.


 Alle Bilder sind den verlinkten Artikeln entnommen.