Am 7. Januar wurde das Urteil im Verfahren um die Ermordung von Mapucheführer Camilo Catrillanca durch die Hände der Polizei vom Strafgericht in Angol, in der Region Araucana im süden Chiles, verkündet. Die Familie des Ermordeten konnte jedoch der Urteilsverkündung nicht beiwohnen, da die Polizei genau an diesen Tag zur gleichen Zeit wie der Urteilsverkündung ihre erste größere Offensive gegen die Mapuche in diesem Jahr durchführte und dabei u.a. den Vater, die Mutter, die Witwe und die Tocher von Camillo auf dem Weg zum Gericht festnahm.

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Camilo Catrillanca wurde am 14. Januar 2018 von den Polizei in einem Fake-Encounter, d.h. in einem fingierten Schusswechsel, erschossen. Als Teil einer größeren Polizeiinvasion mit mehr als 400 Polizeikräften in die Mapuche Gebiete stieß das Dschungel Kommando der Polizei Sondereinsatzgruppe (Grupo de Operaciones Policiales Especiales – GOPE) auf Camilo, der zusammen mit einem 15. jährigen Jungen auf einem Traktor unterwegs war. Die Polizei feuerte darauf hin 12 Schuss ab und tötete Camilo. Um diese Erschießung zu rechtfertigen betätigten sich die Sondereinsatzkräfte im Anschluss einer umfassenden Vertuschungsaktion. Deswegen umfasst die Reichweite der jetzt Verurteilten nicht nur den direkten Mörder von Camilo, sondern beinhaltet beispielsweise auch den Anwalt von GOPE, welcher – auch wenn er nicht mit abgedrückt hat – eine wichtige Rolle in der Vertuschung spielte. Camilo war Bauer und Studentenführer. Sein Tod 2018 durch die Hände der Polizei führte damals zu einer Welle des Protests in ganz Chile, welche jetzt auch zu der Verurteilung der involvierten Polizisten geführt hat.

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Damit die Verurteilungen vor Gericht – die an sich schon eine sehr seltene Gegebenheit in Anbetracht der zahlreichen extralegale Hinrichtungen an Mapuche durch die Polizei ist – nicht die falschen Signale sendet, hat die Polizei auf den Zeitpunkt der Verkündung des Urteils durch das Gericht eine großangelegte Polizeioperation durchgeführt. Über 700 Carabineros und Mitglieder der Untersuchungspolizei Chiles (Policia de Investigaciones de Chile – PDI) führten daher mit 60 gepanzerten Fahrzeugen und 4 Hubschraubern unter dem Vorwand von einer Durchsuchungsoperation wegen Waffen und Drogen Razzien in den Gemeinden Pancho Curamil, Temucuicui, Huanaco Millao, Butaco, Chacaico und Dawulko durch. Innerhalb dieser Operation wurde auch die Familie von Camilo auf dem Weg zum Gericht zum Ziel der Polizei. Bilder zeigen die Verhaftung der Mutter, Frau und Tochter des Toten.

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Unterschiedliche lokale, kommunale, regionale, sektorale und landesweite Strukturen von Corriente del Pueblo Sol Rojo kamen am 10. Januar in einer Reihe von Versammlungen zusammen um die Auswertung ihrer Arbeit 2020 zu diskutieren und einen neuen Arbeitsplan sowie den Allgemeinen Plan für den Kampf 2021 anzunehmen. In einer kurzen Stellungnahme gegenüber mehreren regionalen Nachrichtensendern, erklären die Genossen, dass sie im kommenden Jahr damit fortfahren werden die internen ideologischen und politischen Aufgaben zu intensivieren um den allgemeinen Prozess des Klassenkampfes von der Kampfeinheit des Proletariats und der Völker zu stärken. Um Orientierung für die Arbeit im kommenden Jahr zu geben wurden die folgenden Parolen angenommen:

“Flutet die Straßen und Plätze von ganz Oaxaca mit roten Fahnen!”

“Fortschreiten auf dem Weg zur landesweiten Konstitution der Volksfront!”

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Für den 6. Januar organisierten das Brasilianische Zentrum für Solidarität mit den Völkern (Centro Brasileiro de Solidariedade aos Povos – CEBRASPO) und die Brasilianische Vereinigung der Anwälte des Volkes (Associacao Brasileira dos Advogados do Povo – ABRAPO) ein herausragendes Forum zum Thema der Gewalt gegen die Bauern, Indigenen und Quilombolas im Bundesstaat Rondonia, Brasilien. Wegen Corona wurde die Veranstaltung hybrid, d.h. zum einen Teil im Netz, zum anderen vor Ort, durchgeführt. Einige Beitrage kamen vom Podium, welches vor einem kleinen Publikum in Rondonias Hauptstadt Porto Velho aufgebaut worden war, andere Beitragende oder Zuschauer nahmen online live oder mit aufgenommenen Botschaften und Reden an dem Forum teil. Die große Zahl von Organisationen und Einzelpersonen die aus den Reihen des Volkes teilnahmen und Intellektuelle, Aktivisten und Anwälte (wie denBundesanwalt von Rondonia, Professoren unterschiedlicher Unis und Arbeitsgruppen, die Pastorale Landkommission und die Liga der Armen Bauern – um nur einige zu nennen) umfasste, diskutierten und berichteten über die Situation der unterschiedlichen bedrohten Gemeinschaften und denunzierten die Attacken der Handlager der Großgrundbesitzer gegen diese. Am Ende der Veranstaltung begrüßten die Teilnehmer mit geballten Fäusten und Plakaten aus der Siedlung Tiago dos Santos den Widerstand der Bauern, Indigenen und Quilombolas im ganzen Land.

11 ato publico denuncia a criminalizacao e violencia contra camponeses indigenas e quilombolas em rondonia

Während dieses Ereignisses wurden auch Informationen bezüglich der aktuellen Situation in dem Gebiet von Canna in der Gemeinde Ariquemes (Rondonia) an die Teilnehmer weitergegeben. In diesem Areal, welches knapp mehr 200km von Proto Velho entfernt liegt, bereiten sich aktuell rund 100 Familien auf den Widerstand gegen eine kommende Räumung von ihren Häusern und Felder vor. In mitten der Corona-Pandemie hat ein Sondergremium zur Schlichtung widersprüchlicher Landansprüche in Porto Velho sich einmal mehr auf die Seite der Interessen der Großgrundbesitzer geschlagen und in einem skandalösen Urteil entschieden, die Familien wenn notwendig gewaltsam Räumen zu lassen.

1 ato publico denuncia a criminalizacao e violencia contra camponeses indigenas e quilombolas em rondonia

Seid 17 Jahren leben und arbeiten die Familien in dem Gebiet von Canaa. Sie auf diese willkürliche, unzumutbare und unrechtmäßige Art und Weise zu vertreiben, so sind sich die Vertreter der Interessen des Volkes sicher, wird nicht nur große Auswirkung und Schaden auf die betroffene Familien haben sondern auch die gesamte lokale Wirtschaft ins Ungleichgewichtbringen. Während sich der selbsternannte Landbesitzer bis jetzt niemals einen Dreck um das Land geschert hat, haben die dort lebenden und arbeitenden Familien nicht nur Landwirtschaftliche Erzeugnisse für sich selbst hergestellt, sondern auch die Lokalmärkte der umliegenden Städte mit preiswerten lokalen Produkten versorgt. Da die Polizei von Ariquemes als eine der brutalsten im ganzen Bundesstaat bekannte ist und als eine, die nur allzu bereit ist eine solch willkürlichen Beschluss durchzusetzen, ist es offenbar, dass es – wie immer – den Menschen nur durch Organisation und Kampf wird möglich sein können ihr leben und arbeiten weiterhin auf dem Grund und Boden zu bestreiten, wie in den letzten 17 Jahren.

6 ato publico denuncia a criminalizacao e violencia contra camponeses indigenas e quilombolas em rondonia