Wir dokumentieren den Aufruf und das Plakat des "Internationalistischen Frauenbündnis" zur Demonstration am 25. November, dem Tag gegen Gewalt an Frauen, in Hamburg.

 

Trauert nicht! Schlagt zurück!

Der 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Frauen aller Länder gehen an diesem Tag kämpferisch auf die Straße, weil sie es nicht mehr dulden wollen, geschlagen, verstümmelt, vergewaltigt und ermordet zu werden, aus patriarchalen Gründen.

Was wir uns bewusst machen müssen, ist dass das Patriarchat und die damit einhergehende Gewalt gegen uns nicht eine bloße Fantasie ist, die sich jemand ausgedacht hat, um uns in Ketten zu halten. Das Patriarchat hat als Ursprung das Privateigentum. Das Patriarchat gehört somit mit zum Imperialismus, der Milliarden von Menschen in Ketten hält. Die Ausbeutung und Unterdrückung, die Gewalt, die wir jeden Tag erfahren ist für uns so sehr zum Alltag geworden. Und das dient den herrschenden Verhältnissen.

Wir Frauen sollen diesen Zustand als gegeben anerkennen, in einer Rolle bleiben, die die bürgerliche Gesellschaft uns gibt, mit Hilfe der angeblichen „minderwertigen weiblichen Natur“. Aber wir sind weder die sanften Wesen, die alles als gegeben betrachten, noch sind wir apolitisch und denken, dass  die Gewalt, die wir im Imperialismus erfahren, niemals ein für alle mal hinwegefegt werden könnte.

Wir Frauen tragen die Hälfte des Himmels! Wir wollen keine Gesetze der herrschenden Klasse, die sie uns hinwerfen und die uns überhaupt nichts bringen! Die Herrschenden, die vorgeben uns schützen zu wollen, sind die selben, die in Kriegen massenhaft Frauen vergewaltigen. Und wir sollen ihnen glauben? Wir wollen die Gewalt gegen uns nicht mehr hinnehmen.

Es ist an der Zeit, dass wir uns als kämpferische Frauenbewegung organisieren, als eine kämpfende Frauenbewegung, die dem System den Kampf ansagt!

Wir müssen uns fragen, was wir wollen: Gesetze, die nichts nützen oder eine Welt ohne Gewalt, ohne Ausbeutung und ohne Unterdrückung?

Unser Feminismus bedeutet nicht, dass wir auch in die Chefetagen wollen, sondern dass wir eine Welt ohne Leid und Elend wollen! Und unser Feminismus bedeutet, dass wir es sind, die sich ihre Hälfte des Himmels erstürmen!

Und dazu gehört es, dass wir nicht nur trauern, wenn eine Schwester von uns von ihrem Partner ermordet wird, sondern dass wir wütend sind und dass wir diese Wut in eine Kraft entfesseln, die uns den Kampf gegen das Patriarchat führen lässt.

Und das zusammen mit allen, die vom herrschenden System unterdrückt werden. Egal welches Alter, egal welches Geschlecht, egal welche Nationalität. Aber nur, wenn wir als Frauen uns daran beteiligen, können wir eine Zukunft aufbauen, in der das Patriarchat der Vergangenheit angehört!

Heraus zum Tag gegen Gewalt an Frauen!

Gemeinsam sind wir stark!
Frauenmorde sind politisch!
Ni una menos – Nicht eine weniger!
Jin, Jiyan, Azadi!
Hoch die internationale Solidarität!

Internationalistisches Frauenbündnis