Brasilien:
Die nationale Kommission der Liga der armen Bauern veröffentlichte am 04. September eine Erklärung in der sie zu verschiedenen Fragen der aktuellen politischen Situation in Brasilien Stellung nimmt und im Besonderen auch auf die letzten Morde und Gewalttaten des Latifundiums und seiner Lakaien eingeht. Am 03. August stürmten drei bewaffnete Männer das Haus von Fumaça und seiner Frau Cleide Silva in der ländlichen Humaitá Region im südlichen Amazonas, sie folterten das Pärchen und exekutierten den Mann mit fünf Schüssen in den Kopf und die Frau mit fünf Schüssen in die Brust. Cleide und Fumaça waren von Rondonia in den Bundesstaat Amazonas gezogen um dort arme Bauern bei der Eroberung von großen Grundbesitz zu unterstützen. Über WhatsApp informierten sich gegenseitig Großgrundbesitzer über die Ankunft des Pärchens in der Region und identifizierten sie „als Aktivisten der Liga der armen Bauern aus Rondonia“. Am 17. August wurde im Bundesstaat Bahia Mãe Bernadete, eine Führerin der afrobrasilianer, der Quilombola, obwohl sie unter Polizeischutz stand ermordet. Vorher hatte sie Todesdrohungen von Großgrundbesitzern bekommen. Im folgenden zitieren wir eine inoffizielle Übersetzung von Teilen der Erklärung der nationalen Kommission der Liga der armen Bauern.

„Das ist die reinste Wahrheit! Die Bauernmassen wollen nicht besetzen, sie wollen sich nehmen, was ihnen gehört! Die Bauernmassen wollen nicht am Straßenrand sitzen und auf die "Agrarreform" der Regierung warten,sie wollen das Land aufteilen, um auf ihrem eigenen Stück Land zu arbeiten! Die Bauern wollen einfach nur essen, und unter den derzeitigen Bedingungen werden sie nicht danach fragen, ob das Essen organisch ist oder nicht. Sie wollen nichts von diesen gefälschten CCUs hören, die nutzlos sind! Die Bauernmassen wollen nicht mehr die Leichen ihrer Führer und Aktivisten, der indigenen und Quilombola-Führer zählen, die alle von den Schlägern des Latifundiums und der Polizei dieses völkermörderischen alten Staates ermordet wurden! […]

Von der Hysterie der Worte zu den Tatsachen: Das Latifundium und die reaktionäre extreme Rechte, bis an die Zähne bewaffnet vom völkermörderischen Bolsonaro und seinen Generälen, immer in Zusammenarbeit mit der Militärpolizei und zivilen Mördern, in Uniform oder als private Sicherheitsleute und Bewaffnete, griffen Bauern, die in verschiedenen Teilen des Landes um Land kämpften, bereits zu Beginn der reaktionären Koalitionsregierung Lula/Alckmim/Maggia an. Genau wie am 8. Januar in Brasilia. Dasselbe geschah mit den indigenen Völkern und den Quilombolas. Allgemeines Schweigen!

Geschichte vergibt nicht. Sich mit der Reaktion zu versöhnen hat immer zu Blutbädern für die Massen geführt!

Wer Angreift, kann angegriffen werden; wer die Waffen zeigt, die er hat, riskiert, sie zu verlieren; wer den Befehl zum Töten gibt, kann auch sterben - um so mehr, als die Sache, die sie verteidigen, so demoralisiert ist, dass sie sie nur noch mit Waffen verteidigen können.

Unser Kampf ist gerechfertigt, unsere Sache heilig!

Wir rufen die Bauern auf und halten sie dazu an die Selbstverteidigungsorganisationen des Kampfes für Land in der gleichen Proportion und Kaliber zu bewaffnen!

Wir rufen die Bauernführer, die nicht in die Knie gegangen sind - und davon gibt es Tausende in ganz Brasilien -, die Führer der Landbesetzer, der indigenen Völker, der Quilombola-Organisationen, der von Staudämmen, Bergbau und Eukalyptusplantagen betroffenen Bevölkerung, der proletarischen Massen und anderer städtischer Arbeiter, die zunehmend für die Verteidigung ihrer mit Füßen getretenen Rechte kämpfen, auf, sich an die Seite unserer tapferen Bauernschaft zu stellen, auf den Weg der Agrarrevolution.

Das hysterische Latifundium, Herr über alles, schreit auf. Das Grunzen des Schweins ist ein Zeichen für seinen Tod. Tod dem Latifundium!“

Die Zeitung A Nova Democracia berichtete am 02. September über den Amtsbesuch des obersten militärischen Befehlshabers der Brasilianischen Armee, General Tomás Miguel Miné Paiva mit hochrangigen Mitgliedern der alten indischen Armee und dem Verteidigungsminister des alten indischen Staates mit dem Ziel die bilaterale Zusammenarbeit der beiden Länder zu stärken. Teil des Besuches von Tomás Miguel Miné Paiva waren Treffen mit dem Stabchef der alten indischen Armee, sowie des Chefs des Verteidigungsstabes sowie die Teilnahme an Schießübungen und Militärmanövern der alten indischen Armee. A Nova Democracia erklärt weiter im Artikel das die Länder im Hinblick auf die strategische Verteidigung keine Gemeinsamkeiten aufweisen, grundlegend unterschiedliche externe Probleme haben und sowohl geographisch als auch in Fragen der Umwelt im Hinblick auf Verteidigung deutliche Unterschiede haben. Der Artikel betont jedoch das Indien einige interessante Merkmale für die reaktionäre brasilianische Armee aufweist, so ist das Land vorwiegend agrarisch geprägt und ist seit mehr als 50 Jahren Schauplatz eines revolutionären Prozesses, der sich heute im Volkskrieg der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch) und der unter ihrer Führung kämpfenden Volksbefreiungsguerillaarmee ausdrückt, welche Bauern und Indigene in ihrem Kampf organisieren und bedeutende Teile des indischen Territoriums kontrollieren. Die alte indische Streitkräfte spielen eine zentrale Rolle im Kampf gegen die neudemokratische Revolution und den Volkskrieg in Indien.

Weiter bemerkt der Artikel das die brasilianische Armee ein großes Interesse an genau diesen Themen hat und seine Truppen seit Jahren die Ausbildung und Einsätze zur Bekämpfung des sogenannten „inneren Feindes“ intensiviert. Ein Beispiel dafür ist, dass die reaktionäre brasilianische Armee im Jahr 2020 ein Training durchführte in der Anwärter der Elitetruppen ein Training absolvieren mussten, bei der sie gegen eine „geheime bewaffnete Organisation“ kämpfen sollten, welche aus einer Abspaltung einer „Arbeiterpartei“ entstanden ist, welche Aktivisten der Bewegung des Kampfes für Land rekrutiert und ausbildet. Eine anderes Beispiel stammt aus dem selben Jahr, wo eine Militärübung im Bundesstaat Rondonia durchgeführt wurde, welche unter direkter Aufsicht des Yankee-Imperialismus stand und in der der Kampf zwischen einem „roten“ und einem „blauen“ Land simuliert werden sollte.

Dieses Jahr gaben die reaktionären brasilianischen Streitkräfte bekannt, dass sie einen Teil ihres Budgets in Strategische Projekte für das Jahr 2024 stecken würden, welche besonders den Einsatz von Hubschraubern und Drohnen im Amazonasgebiet vorsehen, welches ein Schauplatz der Bauernkämpfe in Brasilien ist.


Chile:
In Chile wurde anlässlich des 50. Jahrestages des Militärputsch von General Pinochet, welcher vom US-Imperialismus und deutschen Imperialismus unterstützt wurde, eine Propagandaaktion von der Revolutionären Front des Volkes durchgeführt und eine Erklärung veröffentlicht. Die Aktion ist in der von vielen Bauern bewohnten Mataquito-Tal in der Provinz Curicó der chilenischen Maule Region entstanden und bedeutet übersetzt „50 Jahre faschistischer Militärputsch – Die Rebellion ist Gerechtfertigt!“

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Bild der Propagandaaktion, Quelle: https://prensachiripilko.blogspot.com/2023/09/accion-de-propaganda-por-los-50-anos.html

Zusätzlich wurde auf der Website Prensa Chiripilko ein längerer Artikel veröffentlicht der den Militärputsch und seine (historischen) Hintergründe und Grundlagen behandelt, von dem auf der Website The Red Herald eine inoffizielle Übersetzung existiert.

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Bild zum hochgeladenen Artikel aus Chile: https://redherald.org/2023/09/10/50-years-of-the-coup-detat-in-chile-1973-2023-it-is-right-to-rebel/


 Quelle des Titelbildes: https://anovademocracia.com.br/lcp-lanca-comunicado-sobre-cpi-do-mst-e-repressao-a-luta-pela-terra/