Wir freuen uns folgende Erklärung von bulgarischen und österreichischen Revolutionären in deutscher Version veröffentlichen zu können, die auf newepoch.media erstveröffentlicht wurde.

 

Georgi Dimitroff: Ein Leben im Dienst der Proletarischen Weltrevolution!

„Ich gebe zu, meine Sprache ist scharf und hart. Mein Leben war auch immer scharf und hart. Ich verteidige meine Ideen, meine kommunistische Gesinnung. Ich verteidige den Sinn und den Inhalt meines Lebens.“
G. Dimitroff, Rede vor Gericht

2019 jährte sich zum 70. Mal der Tod des großen Kommunisten und Arbeiterführers, des Generalsekretärs der Kommunistischen Internationale, des Vorsitzenden und Schmieds der Bulgarischen Kommunistischen Partei, des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Österreichs: Georgi Dimitroff. Als Kommunisten aus Bulgarien und Österreich haben wir uns getroffen und diesem großen Kommunisten mit Würde und voller Klassenstolz gedacht. Unserer Haltung ist in dieser gemeinsamen Deklaration Ausdruck gegeben. Wir wollen dieses 70. Jahr zum Anlass nehmen, um auf die Größe des Werkes Dimitroffs, die Wichtigkeit seiner Lehren und die Bedeutung hinzuweisen, die er für das Weltproletariat und insbesondere für das Proletariat und die Völker unserer Länder in der Geschichte und heute hat.

Georgi Dimitroff wurde als Sohn einer Arbeiter- und Handwerksfamilie im Jahre 1882 geboren. Schon seine ersten Lebensjahre waren eng mit dem Leben und dem Kampf der Arbeiterklasse verknüpft, weshalb er ihm von Kindheit an verbunden war. Sehr bald schon übernahm er Verantwortung in der lokalen revolutionären Arbeiterbewegung und 1898 organisierte er, kaum 16 Jahre alt, den Aufmarsch der Buchdrucker zum 1. Mai in Sofia. Genosse Dimitroff lehrt mit diesem Beispiel heutige junge Genossinnen und Genossen die Tatsache, dass Verantwortung zu übernehmen nicht so sehr eine Frage des Alters ist, sondern vor allem dessen wie fest und entschlossen der Klassenstandpunkt verinnerlicht ist und angepackt wird.

Genosse Dimitroff ging den eingeschlagenen Weg weiter, wenngleich das für ihn auch viele Opfer und Mühen bedeutete. Sein Weg führte ihn dazu, 1902 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu werden, in der zu diesem Zeitpunkt schon ein heftiger Kampf um die Ausrichtung tobte. Ein Jahr Parteimitgliedschaft reichten vollkommen aus, dass sich Genosse Dimitroff einen guten Überblick über die kämpfenden Positionen verschaffte und sich daraufhin fest an die Seite jenes Kerns von Führern der Partei stellte, die zu diesem Zeitpunkt die proletarische und revolutionäre Linie vertraten: Dimitar Balgojeff, Georgi Kirkoff und Georgi Georgieff. Im Kampf um die Ausrichtung der Partei wurde Genosse Dimitroff erzogen, er begann weitere Aufgaben zu übernehmen und so erschienen seine ersten Artikel. Sie standen ganz und gar im Zeichen des Kampfes um den Weg der bulgarischen Arbeiterbewegung und behandelten die Fragen des Kampfes gegen den Opportunismus in den Gewerkschaften. Genosse Dimitroff wurde somit Schritt für Schritt nicht nur zu einem wichtigen Organisator, sondern immer mehr beantwortete er auch theoretisch die wichtigen Fragen des Kampfes der Partei. Größere Aufgaben wurden ihm gestellt, die er niemals ablehnte sondern mit Hingabe zu seiner Klasse und seiner Partei mit all seiner Kraft zu lösen versuchte. So wurde der erste Bergarbeiterstreik Bulgariens an dem sich die Arbeiter massenhaft beteiligten unter Dimitroffs Führung organisiert und durchgesetzt, womit Genosse Georgi Dimitroff endgültig zu einem anerkannten und geachteten Führer seiner Klasse wurde. Innerhalb der linken Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Bulgariens (Engherzige) wurde er aufgrund seines Kampfes, seiner Weitsicht und seines tiefen Verständnisses der Fragen des Marxismus mit erst 27 Jahren in das Zentralkomitee gewählt. Dort leistete er seine Arbeit im Führungsstab des Bulgarischen Proletariats und wurde nicht müde, die „linken“ und rechten Kinderkrankheiten in den Reihen der Partei zu bekämpfen. Dass die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (Engherzige), später Bulgarische Kommunistische Partei (BKP), viele Aktivitäten und feste Agitation gegen den Ersten Imperialistischen Weltkrieg entfesseln konnte, war zu einem großen Teil das Verdienst Georgi Dimitroffs, der gemeinsam mit seinen engsten Genossen die Partei durch hartnäckigen und unnachgiebigen ideologischen Kampf auf diese großen Aufgaben vorbereitete.

Es war Genosse Georgi Dimitroff persönlich, der im September 1923 das leitende Parteikomitee des großen Aufstands gegen die monarchistisch-faschistische Herrschaft führte. Der Aufstand scheiterte, da es innerhalb der Partei Opposition gegen die korrekte Führung gab und alte Kräfte in den Reihen der Kader ihre Anschauungen nicht korrigierten. Doch es gibt Niederlagen, die Siege sind, und es war Genosse Dimitroff, der nach der Niederlage des heroischen Aufstands vom 23. September 1923, unter den Bedingungen der Verfolgung und Illegalität den Kampf gegen Massenfeindlichkeit und Sektierertum entfesselte. Solche Wendepunkte im Klassenkampf und im Leben einer Kommunistischen Partei und die ihnen folgenden Etappen, lassen immer auch liquidatorische Elemente, „linke“ und rechte Opportunisten, Feinde der Partei und der Massen hervortreten und werden so zu Feuerproben der Kommunisten, die diese Elemente entschieden bekämpfen. Genosse Dimitroff nahm diesen Kampf auf und führte ihn siegreich, so konnte er später feststellen: „Der von der Bulgarischen Kommunistischen Partei organisierte und geführte antifaschistische Volksaufstand im September 1923 ist der Wendepunkt in der Entwicklung der Partei der ‚engherzigen‘ Sozialisten zum Bolschewismus.“ Genosse Dimitroff lehrt uns hier das Gesetz des proletarischen Klassenkampfes, dass die Kommunisten nicht aufgeben, sondern inmitten der Massen einer größeren Repression noch kräftigeren, noch entschlosseneren Kampf entgegensetzen. So verstand es Genosse Dimitroff die Kommunisten Bulgariens zu hervorragenden Kämpfern für die Sache der Diktatur des Proletariats zu schmieden.

Zur gleichen Zeit begannen sich in Österreich die Klassenkämpfe zuzuspitzen und immer deutlicher wurde die Notwendigkeit einer wahrhaft Kommunistischen Partei als Führung der Massen. Doch die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) konnte wegen ihres inneren Fraktionismus und ihres Sektierertums diese Rolle noch nicht übernehmen. 1924 wurde Genosse Dimitroff, der zuvor durch die Rote Hilfe aufgrund seiner Verfolgung in Bulgarien nach Österreich gebracht wurde, auf Anweisung der Kommunistischen Internationale zum Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Österreichs. Seine Aufgabe bestand darin Führungskader zu erziehen die fähig sein sollten, die Fraktionskämpfe in der KPÖ zu überwinden und die Partei mit den Massen zu verbinden. Wie hervorragend er diese Aufgabe erfüllte und wie korrekt er die Partei auf dieses Ziel hinsteuerte zeigte sich spätestens 1927, dem letzten Jahr von Genossen Dimitroffs Tätigkeit als Vorsitzender der KPÖ, denn im Juliaufstand von 1927 spielte die Partei eine hervorragende Rolle, die sie ohne die vorherige Arbeit des Genossen Dimitroff niemals hätte einnehmen können. Die weltgeschichtliche Bedeutung, welche die Kommunistische Internationale diesem Aufstand und der Rolle der KPÖ darin beimaß, zeigt die Bedeutung welche die Arbeit des Genossen Dimitroff einnahm. Dass die KPÖ durch die Arbeit des Genossen Dimitroff lernte, sich den Massen zuzuwenden, sich in ihnen zu verankern und ihre Politik fest auf sie zu stützen, war auch die Voraussetzung dafür, dass die Kommunistische Partei Österreichs den bewaffneten antifaschistischen Kampf der österreichischen Arbeiterklasse im Feber 1934 führen konnte, dass sie in der Zeit des österreichischen Faschismus sich weiter formen konnte und zur Massenpartei wurde, und dass sie später, in den dunklen Jahren der Okkupation Österreichs durch den deutschen Faschismus, zur Führerin und Organisatorin der Partisanen und des antifaschistischen Widerstandskampfes wurde. Genosse Dimitroff leistete die Arbeit jene Kader unter dem Banner Stalins zu erziehen, die all das führen und anleiten konnten. Genosse Dimitroff lehrt die Kommunisten die Notwendigkeit der Erziehung und sogfältigen Auswahl der Kader, was er auch meisterhaft in seiner späteren Schrift „Über die Kader“ zusammenfasste.

Zu Beginn der 1930er Jahre wurde Genosse Georgi Dimitroff von der Kommunistischen Internationale nach Berlin gerufen. Er sollte dort die Leitung des Westeuropabüros der Komintern übernehmen, auch hier Arbeit gegen „linke“ und rechte Abweichungen leisten und die Parteien auf große Kämpfe vorbereiten. Unter der Führung Stalins und der Kommunistischen Internationale lenkte Georgi Dimitroff unter andauernder persönlicher Anteilnahme jene Arbeit, in der die Antiimperialistische Liga gegründet wird, der erste Westeuropäische Bauernkongress abgehalten wird (den er persönlich leitete) und 1931 die „Konferenz über die Arbeit der Kommunistischen Parteien unter den Arbeitslosen“ zusammentritt. Die Beiträge die Dimitroff damit zur Entwicklung der Kommuistischen Parteien auch in Westeuropas leistete, sind riesenhaft und der Name des Genossen Dimitroff ist auf ewige Zeit offensichtlich mit der Aufgabe verbunden, dass sich die Kommunisten den tiefsten und breitesten Massen zuwenden müssen. 1933, noch in Deutschland, klagen ihn die Nazis an und zerren ihn vor Gericht. Die Kreatur Göring selbst war ein wichtiger Wortführer der Anklage. Doch wieder blieb Genosse Dimitroff standhaft. Vor Gericht verteidigte er seine Grundsätze, die nichts weiter waren als die Grundsätze der Internationalen Kommunistischen Bewegung unter der Führung Stalins. Georgi Dimitroff bleibt so standhaft, dass er Millionen Proletariern auf der ganzen Welt ein Vorbild des Kampfes wird. Seine Haltung vor Gericht und die entfesselte Kraft der Massen in einer internationalen Kampagne, führen zu seiner Freilassung. Die Nazis konnten ihn nicht brechen und Genosse Dimitroff wurde weltweit unter dem Namen „Held von Leipzig“ bekannt! In dieser Situation schrieb eine Gruppe von Arbeitern aus dem Karl-Marx-Hof in Wien an Georgi Dimitroff einen Brief. Darin heißt es: „Lieber Genosse Dimitroff! Im Namen vieler übermitteln wir Dir unsere heißen Grüße. Millionen horchen auf Deine mutigen Worte, Millionen gibst du neue Kraft damit. Dein Kampf wird nicht umsonst sein, er ist auch unser Kampf. Die große Armee des bewussten Proletariats steht geschlossen hinter Dir!“ Noch heute ist er so den Proletariern aller Länder ein Vorbild im Kampf gegen Faschismus und Reaktion.

Nach diesem weltweit bekannten Prozess geht Genosse Dimitroff in die Sowjetunion, dem Herz und der Führung der Proletarischen Weltrevolution. 1935 wird er Generalsekretär der Kommunistischen Internationale und hält in dieser Funktion auch das Hauptreferat auf dem VII. Weltkongress der Komintern, das den Kampf der Arbeiterklasse gegen den Faschismus zu Inhalt hat. Er definiert dabei die Bedingungen und Voraussetzungen der Volksfront und schafft damit Verständnis und Klarheit darüber, wie sich das Proletariat in seinem Kampf an die Spitze des Volkes stellen und den Kampf gegen die faschistische Bourgeoisie führen kann. Mit dem VII. Weltkongress nimmt der Sturm der Kommunisten auf die Bourgeoisie neue Ausmaße an und es wird der Weg bereitet, der das Antlitz der Erde erneut vollkommen ändern sollte: so stellte auch die Kommunistische Partei Chinas fest, dass das unter der Führung von Marx, Engels, Lenin und Stalin gehaltene Referat Georgi Dimitroffs den Kurs der Komunistischen Partei Chinas in der Revolution positiv änderte, zueinem Wendepunkt wurde, was schlussendlich bedeutete, dass das große chinesische Volk den Weg zum Sieg der Revolution einschlagen konnte. Das chinesische Volk beschritt den Weg der Volksdemokratie, wie auch Bulgarien nach 1945. Genosse Dimitroff kehrte nach dem Sieg über den Faschismus, der in Bulgarien mit dem Aufstand am 9. September 1944 eingeleitet wurde, nach rund 20 Jahren in den Reihen der Internationalen Kommunistischen Bewegung in seine Heimat zurück und führte den Kampf um die Errichtung der Volksdemokratie. Dabei blieb er dem internationalen Proletariat immer treu verbunden und war zur Stelle, sobald er gebraucht wurde. Persönlich nahm er eine wichtige Position im Kampf gegen den Revisionismus Titos ein, ein Kampf in dem die Internationale Kommunistische Bewegung wichtige Lehren ziehen konnte und der auch heute, wie das ganze vorbildliche Leben des Genossen Dimitroff, viel Beachtung verdient.

Genosse Dimitroff hatte wahrlich einen langen Weg und kämpfe an vielen Fronten. Er blieb dabei immer bescheiden und demütig, denn er wusste um jene Kräfte, ohne die er selbt nicht geschmiedet worde wäre, ohne die er seine Arbeit nicht hätte verrichten können: die Führung der Internationalen Kommunistischen Bewegung, zu Georgi Dimitroffs Zeit Lenin und Stalin, und die Kommunistische Partei. In einer Trauerrede zu seinem Tode, die vor 70. Jahren durch das Zentralkomitee der KPÖ gehalten wurde, heißt es daher über Dimitroff: „Er liebte die Partei über alles, und wenn er das Wort ‚Partei‘ nur aussprach, da lag darin sein ganzes Leben, seine ganze Anhänglichkeit, seine grenzenlose Hingabe.“

Als Kommunisten aus Bulgarien und Österreich halten wir das große Erbe des Genossen Dimitroff hoch und sind fest entschlossen eifrig davon zu lernen! In seinem Geiste zu handeln bedeutet an erster Stelle den Kampf dafür zu führen, dass das Proletariat in unseren Ländern wieder in seine Hände bekommt, was ihm so sehr fehlt seit es ihm durch den Revisionismus genommen wurde: seine Kommunistischen Parteien. Auch unter den Voraussetzungen der heutigen, neuen Epoche ist das Werk Dimitroffs für uns in diesem Kampf eine große, unverzichtbare Waffe, die wir niemals aus den Händen legen dürfen.


Lang lebe das rote Erbe Georgi Dimitroffs, hervorragender Sohn des internationalen Proletariats und des bulgarischen Volkes!

Lernt vom Genossen Dimitroff, dem Helden von Leipzig!

Kämpft darum, dem Proletariat die Kommunstische Partei zurückzugeben!

Nieder mit Imperialismus, Faschismus und Reaktion – Es lebe der Proletarische Internationalismus!

Es lebe die Proletarische Weltrevolution!

 

Bewegung des 23. September, Bulgarien
Rot Front Kollektiv, Österreich

Dezember 2019