Am 5. Januar drangen vier schwer bewaffnete, in Polizeiwesten gekleidete und maskierte Männer die Gemeinde Cedro ein und erkundigten sich nach der Familie Fernandes unter dem Vorwand, einen Haftbefehl zu vollstrecken. Dann stürmten sie das Haus der Familie und richteten Celino Fernandes und seinen Sohn Wanderson de Jesus Rodrigues Fernandes mit mehreren Kopfschüssen vor seinen Enkeln und seiner Frau hin. Beide waren zuvor politische Gefangene gewesen, da sie Teil der Kämpfe der Bauern gegen den Landraub in der Region waren.

Die jüngsten Entwicklungen im Kampf um den Boden der Bauern in der Gemeinde Arari im Bundesstaat Maranhão im Nordosten Brasiliens sind eine tragische Folge des langjährigen Kampfes gegen den Landraub in Cedro. In diesem Kampf ist unter anderem die Familie eines Richters involviert, welche Gebiete umzäunt und als Weideflächen nutzt, die zuvor von den Einheimischen genutzt wurde. Mit der Entwicklung der Protestbewegung gegen diese Praxis in den letzten Jahren, haben die Justiz, die Staatsanwaltschaft und die Landesregierung von Maranhão zusammen mit Großgrundbesitzern und Landräubern aus der Gegend, Absprachen getroffen um die Aktivisten der Bauernbewegung in einem abgekartetem und illegalem Spiel ins Gefängnis zu bringen.

Unter ihnen befanden sich nicht nur Celina und sein Sohn, sondern auch seine Tochter Adriana de Jesus Rodrigues Fernandes, die Vorsitzende der örtlichen Quilombola-Vereinigung in Cedro ist. Erst nach einer landesweiten Kampagne für ihre Freilassung wurden die politischen Gefangenen, die in dieser Farce vor Gericht standen, nach 70 Tagen Haft freigelassen. Scheinbar als Vergeltung dafür und um anderen Bauern, die in der Landfrage aktiv sind, ein furchteinflösendes Exempel zu statuieren, haben jene, die sich gegen die Bauern verschworen haben, eine Todesschwadron aufgestellt und ausgesandt. Das diese mit Polizeiausrüstung ausgestattet ist und behauptet, im Polizeidienst unterwegs zu sein, spricht Bände darüber welche Kreise hinter ihr stehen. All dies geht aus einer Erklärung hervor, die von vierzig demokratischen, fortschrittlichen und revolutionären Organisationen unterzeichnet wurde. Wir können uns nur anschließen, diesen feigen Angriff auf unbewaffnete Führer und Aktivisten der Bauernschaft durch bewaffnete Gangster zu denunzieren, die den Interessen der örtlichen Funktionäre des Staates und den Großgrundbesitzern dienen.