Am 7. Januar fand in Dessau die 15. Demonstration in Gedenken an OuryJalloh statt. An dieser beteiligten sich über 600 Menschen. 2005 wurde der aus Sierra Leone stammende Oury Jalloh von den Dessauer Bullen in Gewahrsam genommen und auf der Polizeiwache bei lebendigen Leib verbrannt. Bis heute versuchen Bullen und Staatsanwaltschaft dieses Verbrechen zu vertuschen. Sie gehen dabei soweit den Slogan: „Oury Jalloh - das war Mord“ zu kriminalisieren.

An der Demo hat auch die Initiative „Gerechtigkeit für Adel“ aus Essen teilgenommen. Adel B. wurde am 18. Juni 2019 von Bullen in seinem Hausflur in Essen Altendorferschossen. Die Bullen behaupten aus Notwehr geschossen zu haben und erzählen, dass Adel mit einen Messer bewaffnet auf sie zugestürmt sei. Videos die von einem Nachbarn aufgenommen wurden, haben die Aussagen als falsch entlarvt. Die Bullen sind auf die Hausflur zugestürmt und haben versucht die Tür aufzudrücken. Ein dritter Bulle hat dann zwischen seinen Kollegen durchgeschossen und Adel B. tödlich in der Brust getroffen. Die Lügen der Polizei waren auch Thema in einer Rede die von der Initiative vorgetragen wurde. Diesen Ausschnitt wollen wir an dieser Stelle wiedergeben.

„Immer wenn durch Staatsbeamte Menschen ums Leben kommen, wie bei Oury Jalloh, Ahmed A. oder auch bei Adel B. werden irgendwelche Lügen aufgetischt und in die Öffentlichkeit hinausgegeben. Die Staatsanwaltschaft verkauft die Aussagen für bare Münze und deckt die ganzen Morde. Nach nur drei Monaten wurde das Verfahren durch die Staatsanwaltschaft Essen gegen den Todesschützen eingestellt, da er angeblich aus Nothilfe geschossen hat. Die Polizei hat versucht die Proteste einzuschüchtern, indem ein Riesenaufgebot an Polizei bei der Anmeldung war oder auch bei der Bewerbung der Demo Leute mit Anzeigen gedroht wurde.“

Auch bei der „Oury Jalloh-Demo“ hat der Staat eine große Anzahl an Bullen aufgefahren und hat eine enorme Drohkulisse aufgebaut. Die halbe Stadt wurde für die Demo abgesperrt und der öffentliche Nahverkehr für den Innenstadtbereich außer Kraft gesetzt.

Auf Höhe der Georgskirche hat eine kleine Gruppe Faschisten die Demo provoziert. Der Provokation wurde von den Demoteilnehmern entschlossen und kämpferisch entgegen getreten.

In den Parolen auf der Demo wurden immer wieder der Hass auf den Staat und die Bullen deutlich. Immer wurde vom ganzen Demozug geschlossen „Blut, Blut Blut an euren Händen“ gerufen und damit gezeigt, dass ihr Protest sich nicht nur gegen Einzelpersonen richtet, sondern das ganze herrschende System gemeint ist.

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