Auf einer Baustelle an der Ecke zwischen Tikøbgade und Lundtoftegade im proletarischen Stadtteil Nørrebro, wo derzeit rund 400 Bauarbeiter arbeiten, kam es in den letzten Tagen zu schweren Kämpfen gegen unvorschriftsmäßige Arbeitsschutzmaßnahmen, Einschüchterungsversuche und Lohndumping bei einem Gerüstbauunternehmen. Diese Kämpfe gipfelten in einer Rebellion kämpferischer Bauarbeiter, die gemeinsam Fahrzeuge des Bauunternehmes auf den Kopf stellten, die Bullen vertrieben und gezielt ein Gerüst auf das Dach mehrerer Baucontainer zum Einsturz brachten.

Wie verschiedene bürgerliche Nachrichtenquellen darstellen, spitzte sich die Situation auf der Baustelle bereits vor den Kämpfen am Montag seit geraumer Zeit zu. So stürzte letzten Freitag etwa ein Baugerüst ein, weil es unsachgemäß errichtet worden war. In den folgenden Tagen, d.h. am Wochenende, ließ das Gerüstbauunternehmen welches mit dem Bau beauftragt war das Gerüst erneut von  osteuropäischen Arbeitern aufrichten – für ungefähr die Hälfte des Lohns der anderen Bauarbeiter auf der Baustelle. Durch das Weglassen wichtiger Sicherheitsmaßnahmen und gesetzlicher Arbeitsschutzvorkehrungen wurden dabei nicht nur die Gerüstbauer selbst gefährdet, die das Gerüst errichten mussten sondern auch alle anderen auf der Baustelle, die auf dem Gerüst hätten arbeiten und sich in seiner Nähe bewegen müssen. Aus Anlass davon, begingen am Sonntag ein Gewerkschafter zusammen mit einem Kollegen vom Gerüstbau den Ort, um die Verletzung der Arbeitsschutzmaßnahmen und die Gefahrenlage für die Kollegen auf der Baustelle zu dokumentieren. Dazu kam es jedoch nicht, da sie von eine Bande von Lumpen im Dienste der Baufirma kurzerhand zusammengeschlagen wurden.

Als Reaktion darauf fand bereits am nächsten Tag eine Kundgebung der Bauernarbeiter unmittelbar vor der Baustelle statt, in der die lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen, das Lohndumping und das „Mafiavorgehen“ gegen den Kollegen und den Gewerkschafter denunziert wurden. „Wir fordern, dass die osteuropäischen Arbeiter ein Gehalt erhalten, von dem sie leben können.“ so die Antwort eines dänischen Bauarbeiters auf die Frage, die ein Reporter während der Kundgebung zu den Forderungen der Demonstranten stellte.

Nach der Kundgebung durchbrachen ungefähr zweihundert Menschen die Reihen der Polizei und des Sicherheitsdienstes um auf die Baustelle zu kommen und vertrieben diese mit Steinen und Flaschenwürfen nach dem ein Zaun niedergerissen wurde. Schnell erklommen mehrere Gerüstbauer besagtes Gerüst, und brachten es, unter großem Jubel und Beifall der Kollegen gezielt auf mehrere Baucontainer zum Einsturz – während die Bullen tatenlos daneben stehen mussten, weil sie sich offensichtlich selbst nicht in die Nähe des Gerüstes trauten. Andere Videos zeigen Szenen, in denen Bauarbeiter eine Reihe von Firmenwagen auf den Kopf stellen. In den Tweets des Polizechefs von Kopenhagen spricht er davon, dass dies für Ihn der größten „Gewaltakt im Zusammenhang mit Arbeitskämpfen ist, den er je gesehen haben“.

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