Arabische Israelis sind zwar per Gesetz formell gleich gestellt, doch sind sie im gegen Satz zum Rest der Bevölkerung nicht dazu verpflichtet Wehrdienst zu leisten. Sie können dies zwar freiwillig tun, aber in der Praxis machen das nur sehr wenige. Wer will den schon als Araber gegen Palästinenser in den Krieg ziehen? Durch die Nichtteilname am Militärdienst sind sie auch vom Wohngeld ausgeschlossen und dürfen auch nicht ihre Arbeitskraft an Arbeitskäufer in sicherheitsrelevanten Bereichen verkaufen. Ca. 21% der Israelischen Bevölkerung bilden die arabischen Israelis.

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Demonstration gegen die Gewalt gegen Araber in der nähe der Residenz israelischen Innenministers Gilad Erdan im Oktober 2019

In der Praxis kommt auch ein starker Rassismus gegen die israelischen Araber zum Ausdruck. Da werden dann auch mal ganze Wohngebäudes der arabischen Israelis abgerissen, weil sie illegal gebaut worden sein sollen. Haftstrafen werden im Durchschnitt für arabische Israelis höher angesetzt, arabische Städte werden von Wirtschafts- und Sozialprogrammen ausgeschlossen und Mordfälle werden seltener aufgeklärt, als beim nicht arabischen Teil der Bevölkerung.

Kürzlich wurde der 25-jährige arabische Israeli Ibrahim Mahamid erschossen. Dies geschah am heiligten Tag auf offener Straße. Er soll opfer einer Bandenkonflikts sein, doch er war kein Bandenmitglied. Sein Bruder berichtete, dass es zwanzig Minuten dauerte bis die Polizei eintraf – und noch länger bis der Krankenwagen eintraf.

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Demonstration gegen die Gewalt gegen Araber vor der Polizeistation in Nazareth im Oktober 2019

Die Aufklärungsquote bei der arabischen Bevölkerung beträgt ca. 30% – beim Rest der Bevölkerung soll sie doppelt so hoch sein. Seit Jahres beginn wurden bereits 79 arabische Israelis getötet. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um ca. 50 Prozent. Allein im Oktober wurden 13 Personen getötet. Die Bullen behaupten, dass die schlechte Quote an den Arabern liegen würde, weil sie nicht mit ihnen kooperieren würden.

Durch das Morden regt sich Widerstand im Land. In über 30 Gemeinden gab es Demonstrationen mit insgesamt Zehntausenden, bei denen die Hauptverkehrsstraßen blockiert wurden.