Auch dieses Wochenende gab es wieder Massendemonstrationen im Irak. Dabei kamen mindestens zwei Demonstranten ums Leben. Vor allem in der Landeshauptstadt Bagdad sind die Proteste massiv.

Seit Anfang Oktober kommt es regelmäßig zu Protesten im Land. Sie richten sich gegen Korruption, Arbeitslosigkeit, schlechte Wasserversorgung und das extrem schlechte Bildungs- und Gesundheitssystem. Durch Angriffe der Bullen kamen mindestens zwei Demonstranten ums Leben. Seit beginn der Proteste wurden mehr als 250 Demonstranten getötet.

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Demonstration in Bagdad

Das Zentrum des Protests bildet der Tahrir-Platz. Dort angrenzend befindet sich hinter eine Brücke über den Tigris die grüne Zone, in der sich Regierungsgebäude und ausländische Botschaften befinden. Die grüne Zone wird von den Bullen und Militär besetzt. Sie halten die Massen mit Tränengas-Gasgranaten in Schach. Die Massen zogen sich zurück und suchten hinter Barrikaden Schutz. Manche versuchten sich unter der Brücke entlang zu hangeln um in die grüne Zone zu gelangen. Die Tränengas-Granaten gelten als besonders gefährlich. Sie werden mit solch einer Wucht abgeschossen, dass sie einen Schädel durchschlagen können. Viele der Toten starben durch diese Granaten.

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Demonstranten am Hafen von Umm Kasr

Die Massen besetzten den Zugang zum wichtigsten Hafen des Landes in Umm Kasr für mehrere Tage. Er ist auch der einzige Tiefseewasserhafen im Irak. Am Samstag schossen Polizei und Militär mit Tränengas und scharfer Munition auf sie. Dabei wurden mindestens 120 Menschen verletzt. Aufgrund dieser Aktion konnten dutzende Schiffe nicht gelöscht werden.

In südlichen Städten sowie in Bagdad blieben Schulen und Behörden geschlossen. In zahlreichen Städten blockierten die Massen die Straßen und legten dadurch den Verkehr lahm. Die Politbonzen versuchen nun mit vorgezogenen Neuwahlen die Massen hinters Licht zu führen.