Die Proteste im Irak gegen den alten Staat werden kontinuierlich fortgesetzt. Für 157 Tote sind Polizei und Militär verantwortlich (stand Anfang Oktober). Und mehr als 350 sind verletzt. Allein heute wurden mindestens zwei Personen durch den alten Staat bei einer Demonstration in Bagdad getötet.

Tausende gingen bereits gestern Abend im ganzen Land auf die Straße. In Bagdad wollten die Bullen die Demonstranten zerstreuen und schossen mit scharfer Munition und Tränengaskuraschen auf sie. Als heute Demonstranten in Bagdad versuchten in die sogenannte Grüne Zone zu gelangen, in welcher sich Regierungsgebäude und Botschaften befinden, wurden sie Massiv mit Tränengas, Gummigeschossen und Blendgranaten angegriffen. Dabei wurden mindestens zwei Demonstranten von Polizei und Militär ermordet. Sie wurden direkt von Tränengaskartuschen getroffen. Laut Angaben der Bullen stürmten mindestens 3.000 Demonstranten in Nasiriyah ein Regierungsgebäude und setzten es in Brand.02. oct 25

Irak befindet sich in einer Wirtschaftskrise, die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Infrastruktur marode – es gibt keine kontinuierliche Versorgung mit Strom und Wasser. Seit dem 1. Oktober gehen die Massen immer wieder auf die Straße. Das Vertrauen der Massen in die korrupten bürokratischen Kapitalisten ist nicht mehr vorhanden, sie fordern den Sturz der Regierung und die Auflösung des Parlaments.

Siebzig Prozent der getöteten sollen durch Schüsse gegen Kopf oder Brustkorb getötet worden sein. Die Politbonzen behaupten, dass es keinen Schießbefehl gab, doch den Schusswaffeneinsatz denunzieren sie auch nicht. Somit ist das erschießen der Massen für sie ein legitimes Mittel.