In mehreren Städten kam es seit gestern Nacht zu großen Massendemonstrationen. Es sind die größten Demonstrationen seit 2015. Viele Geschäfte und Schulen blieben heute geschlossen. Die Massen bauten Barrikaden und entzündeten Autoreifen auf den Straßen. Die Bullen versuchten sie mit Tränengas zu vertreiben. Auslöser war eine von der Regierung geplante Steuer von 0,20 US Cent auf Sprachanrufe über Apps wie WhatsApp und Telegram. Die Pläne wurden gestern wieder von der Regierung zurückgenommen, doch die Wut der Massen hat sich dadurch nicht aufgelöst.

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Das Land befindet sich in einer tiefen Wirtschaftskrise, die Straßen sind voll mit Müll, die Infrastrutkur ist marode – es gibt keine kontinuierliche Strom- und Trinkwasserversorgung. Viele Arbeitskäufer zahlen nur die Hälfte des Gehalts oder Weniger, bis gar nichts. Die Massen sehen keine Perspektive mehr in dem herrschenden System. Bei einer Demonstration riefen sie immer wieder „Revolution““ und „Das Volk will den Niedergang des Regime“, wobei sie ihre Fäuste in die Luft emporhoben.

Libanon hat 6,8 Millionen Einwohner. Die Staatsverschuldung liegt bei 86 Milliarden US-Dollar, was einer Quote von etwa 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Es ist eine der höchsten Schuldenquoten weltweit.

 

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