In den bürgerlichen Medien ist es um die Region Kaschmir und Jammu schnell wieder ruhig geworden. Indien gilt ihnen schließlich als die „größte Demokratie“ der Welt und bei der kann man, anders als bei China, über fehlende Menschenrechte dann auch gut hinwegsehen. Durch die Politik der Hindunationalisten verlor der indisch-annektierte Teil Kaschmirs seine Sonderrechte als Staat und wird zu einem Unterterritorium herabgestuft. Kaschmirische Politiker und Aktivisten wurden in Gefängnisse gesteckt und eine Nachrichtensperre verhängt. Um die kaschmirische Identität fortan verstärkt zu unterdrücken und hindunationalistische Tendenzen zu fördern, wurde auch Artikel 35a gestrichen, der es Nichtkaschmirern untersagte, Grundstücke und Immobilien zu erwerben oder in Behörden zu arbeiten.

Der indische Präsident Modi will seine unterdrückerische Vision einer reinen Hindu-Nation (Hindu Rashtra) mit aller Gewalt auch auf Kaschmir ausdehnen. Denn Kaschmir wird mehrheitlich von Moslems bewohnt und hat mit Kaschmiri auch eigene Sprachen. Modi gilt als Bewunderer der völkermörderischen Landnahme Israels gegen die Palästinenser. Seit der Unabhängigkeit vom britischen Imperium 1947 kämpfen Indien und Pakistan um die Herrschaft über Kaschmir. Zur Zeit des britischen Kolonialismus wurde das Land durch einen Hindu König als Lakai regiert. Nach der formalen Unabhängigkeit des Landes brachen pro-pakistanische Volksaufstände aus. Um seine Herrschaft dagegen abzusichern, unterzeichnete Maharadscha Hari Singh das „Instrument of Accession“, durch das Kachmir von Indien einverleibt wurde. Seitdem wurde Kaschmir durch Pakistan und Indien besetzt und geteilt gehalten. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker wird seitdem unterdrückt.

Bei den Protesten gegen die jüngste Politik Indiens sollen bereits 18 Menschen getötet worden sein. Solange der gerechtfertigte Kampf um die nationale Unabhängigkeit Kaschmirs nicht von einer marxistisch-leninistisch-maoistischen Kommunistischen Partei wirklich geführt wird, wird dieses Vakuum vermutlich von muslimischen Gruppen gefüllt, die oft aus Pakistan unterstützt werden. Der indische Staat wird darauf vermutlich mit inszenierten Scheingefechten antworten, deren Hauptopfer Muslime wären. Diese Praxis prägt auch seinen konterrevolutionären Kampf gegen die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch).