Kurz vor dem 70. Geburtstag der NATO lies Merkel die Welt wissen: „Stärker als im Kalten Krieg ist der Erhalt der Nato heute in unserem ureigensten Interesse oder mindestens so stark wie im Kalten Krieg.“ Die NATO kam überhaupt erst mit der Lüge auf die Welt, dass ihr Zweck der Schutz vor den Warschauer Pakt sei. Nun gibt es nicht einmal mehr das revisionistische Lager und trotzdem soll das deutsche Interesse an der NATO größer sein als im kalten Krieg? Europa könne sich derzeit nicht alleine verteidigen, sagt sie. Aber gegen wen überhaupt?

Bei der NATO ging es nie um Verteidigung, sondern um ein militärisches Bedrohungspotenzial zur Durchsetzung imperialistischer Interessen. Und so meint Merkel auch ihr Lob auf die NATO. Auf dem Weg zur imperialistischen Supermacht ist die BRD noch auf ein Bündnis mit dem Yankeeimperialismus angewiesen, der bisher auch mit Gewalt freie Märkte und Lakeienregime auf der Welt durchgesetzt hat, an denen sich auch deutsches Kapital gütlich tun konnte. Obwohl die Imperialisten auch untereinander in Zwist leben, hat man das grundlegende gemeinsame Interesse, das System des Imperialismus und seiner Unterdrückung der Völker der Welt aufrecht zu erhalten. Dafür bekräftigte Merkel auch das Vorhaben, die Militärausgaben in Zukunft auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben. Außerdem sollen Ausbildungsmissionen und Waffenexporte für Lakaienregime verstärkt werden, dafür wird beispielhaft Mali genannt. Ansonsten befürchte man, vom russischen Imperialismus übervorteilt zu werden.