Am 17. August wurde Aman A. von Bullen in seiner Unterkunft erschossen. Aman soll die Bullen mit einer Hantelstange bedroht haben, worauf einer von ihnen, trotz großer Überzahl, die Waffe auf ihn richtete und abdrückte. Dass bis heute die tatsächlichen Umstände nicht klar, wie oft z.B. geschossen wurde, lassen doch darauf schließen, dass die Bullen ganz penibel darauf achten, dass diese abscheuliche Tat weiterhin als Notwehr in der Öffentlichkeit betitelt werden kann.

 

demonstration für ermordeten flüchtling in stade 1

Um eine Aufklärung des Falles zu fordern beteiligten sich jetzt am Samstag etwa 200 Personen an einer Demonstration in Stade. Dass die Bullen damit nicht gerechnet hatten, dass ihr Verbrechen so viele Gegner findet, zeigen alleine die aberwitzigen Auflagen, aber auch ihre krasse Präsenz. Bereits am Bahnhof wurden Demonstranten am Bahngleis von Bullen in Schutzmontur erwartet, die Demonstration wurde weiter von ihnen begleitet und in der Nähe des Kundgebungsortes waren zahlreiche Wannen abgestellt. Und das für eine Gedenkdemo.

Davon ließen sich die Demonstrationsteilnehmer allerdings nicht abschrecken. Die Demonstration hatte viele migrantische Teilnehmer. Viele Freunde und Bekannte von Aman trugen Transparente und hielten Redebeiträgen, in denen sie immer wieder klarstellten, dass Aman ein herzensguter Mensch war und kein verrückter Mann mit einer Hantel, wie ihn die Bullen darstellten und forderten eine Aufklärung der Ermordung. Auch linke jugendliche Gruppen beteiligten sich und machten in ihren Redebeiträgen klar, dass Ermordungen durch die Polizei, besonders bei migrantischen Menschen, keine Einzelfälle sind und dass die Bullen kein Interesse haben, Geflüchtete zu schützen, sondern nur, dass herrschende System zu schützen. Das wurde auch immer wieder in der Parole „Aman A. - Das war Mord“ bekräftigt. Weitere Parolen waren „Hoch die internationale Solidarität“ und „Deutsche Polizisten - Mörder und Faschisten“. Eine klare Positionierung gegen den ganzen bürgerlichen Mist, den einige angebliche „Flüchtlingshelfer“ in ihren Beiträgen von sich gaben. In ihren Reden wurde immer wieder darauf zentriert, dass die Polizei ja dafür da wäre, die Menschen hier zu schützen und dass das verloren gegangene Vertrauen doch durch eine lückenlose Aufklärung des Falles wiederhergestellt werden müsste. Ein Hohn, wenn man sieht, wie die Bullen versuchen, das Geschehene zu vertuschen und die Demonstration mit einer übertriebenen Präsenz einzuschüchtern. Teils gab es auf diese Absurditäten Zwischenrufe aus der Demo, die das denunzierten.