Die Widersprüche in Ecuador spitzen sich weiter zu, genauso wir die Repression. Dies facht den Kampf des Volkes weiter an und führt zu mehr militanten Aktionen.

Bereit Anfang der Woche wurde der wurde der Regierungssitz in Quito mit Molotowcocktails angegriffen unter anderem und wegen der anhaltenden heftigen Kämpfe in der Hauptstadt wurde der Sitz der Regierung in die Küstenstadt Guayaquil verlegt. Kurz darauf stürmten Demonstranten das Gebäude und setzten mehrere Polizeifahrzeuge in Brand.

Protesters carry a burning tyre down a road strewn with rocks

Am Mittwoch führte das ecuadorianische Volk einen Generalstreik durch, Behörden, Schulen und Geschäfte blieben geschlossen und der öffentliche Nahverkehr kam zum Erliegen. Komplimentiert wurde der Streik durch Demonstrationen und den direkten militanten Kampf gegen den Staat. Alleine in der Hauptstadt Quito nahmen mehr als 100.000 Menschen an den Demonstrationen teil, trotz Versammlungsverbotes. Den gesamten Tag über kam es im Stadtzentrum zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Bullen stürmten in der Hauptstadt die Universitäten Católica und Salesiana. Eine Augenzeugin berichtetete, dass sie Tränengas in das Universitätsgebäude schossen, in dem sich auch Familien und Alte aufhielten die Schutz suchten. Hunderte Demonstranten wurden verhaftet. Zwei Demonstranten starben an den Folgen der Polizeigewalt. Damit sind es bereits fünf Todesopfer seit dem Beginn der Proteste in der letzten Woche.

 

About seven protesters wearing hoods attempting to fire a homemade mortar during the clashes with police

Ebenso wurden drei große Erdölförderanlagen besetzt, wodurch die Massen 12% der Landesweiten Erdölproduktion in ihre Gewalt gebracht haben. Die Besetzungen richten sich gegen den staatlichen Erdölkonzern Petroamazonas und den privaten schwedischen Konzern Petrobell. Dadurch bewirkten die Besetzter die Stilllegung des Trans-Equatorian Oil Pipeline System, welche normalerweise gut 70% der gesamten Ölförderung transportiert.

Seit dem 05. Oktober befinden sich 47 ecuadorianische Soldaten in der Haft indigener Bauern. Die Streitkräfte wurden in den Provinzen Nizag und Imbabura im ecuadorianischen Andenhochland festgenommen, als sie auf dem Weg zur Räumung einer Straßenblockade auf der süd-panamerikanische Autobahn waren. Nach dem Ausrufen des nationalen Ausnahmezustands in der letzten Woche wurden überall im Land Barrikaden auf wichtigen Straßen errichtet und werden immer noch verteidigt. Die Konföderation der indigenen Nationalitäten Ecuadors kündigte außerdem an, dass sämtliche Regierungstruppen die sich den Gebieten der indigenen Bevölkerung nähern festgenommen und der Volksjustiz zugeführt werden.

 

Hier einige Stellungsnahmen von Genossen aus Ecuador zu den beschriebenen und weiteren Aktionen

1. Die mehreren durch die Bauern festgenommenen Polizisten wurden in das Kulturhaus, in dem die Delegationen der verschiedenen Organisationen kämpften überführt. Die Polizei wurde gezwungen, den Sarg eines der von der Repression getöteten indigenen Genossen zu tragen.

Der symbolische Charakter dieser Aktion ist unermesslich. Die Rolle von Polizei, Militär unter dem Kommando von Innenministerin María Paula Romo und Verteidigungsminister Oswaldo Jarrín kann in der Geschichte nicht unbeachtet bleiben. Es ist heute mehr denn je gelungen, den Angehörigen der Armee und der Polizei eine demütigende Niederlagen bei zu bringen.

2. Die Entscheidung der indigenen / bäuerlichen Bewegung, die Bedingungen für Gespräche mit der regierung festlegen. Der Innenminister und der faschistische Verteidigungsminister, die sich aus ihren Funktionen zurückziehen, legen neben der Aufhebung wirtschaftlicher Maßnahmen die Leitlinien für die Gespräche fest.

3. Die entschlossene Tat eines mutigen Sohnes des Volks, der gegen den Journalisten Freddy Paredes vom Sender Teleamazonas vorging, einem der konservativsten, hemmungslosesten und antipopulärsten Fernsehsender des Landes. Diese Aktion legt die Bedingungen für die Mobilisierung fest. Es ist wichtig, den Opportunisten keinen Spielraum zu geben, die sich friedlich zeigen und den Menschen das legitime Recht verweigern wollen, sich reaktionärer Gewalt mit revolutionärer Gewalt zu widersetzen ...

4. Die Zunahme militanter Aktionen gegen Repressionen. Der Einsatz von Brandbomben, fügte den Angehörigen der nationalen Polizei im Stadtzentrum schwere Verletzungen zu.

5. Die Eingliederung einer größeren Anzahl von bäuerlichen und indigenen Massen aus dem Osten und Süden des Landes.

Es scheint, dass sich die Strategie des Regimes, die Kämpfe s Volkes gegen den Correismo oder den Vandalismus zu unterstützen, allmählich ändert. Heute wollen sie den Kampf für die indigene Bewegung aufzeigen oder abschwächen, indem sie bewusst die Teilnahme der Gewerkschaften, des Volkes, der Studenten und der Bauernbewegung im fairen Kampf verhindern.