Die franzsöische Regierung wollte im Rahmen einer Reform das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 Jahre erhöhen. Sie haben ihre Rechnung aber ohne die französische Arbeiterklasse gemacht. Seit Dezember rebellierten Arbeiter und Angestellte in Streiks und Demonstrationen gegen die angedachte Verschärfung ihrer Ausbeutung. Laut der gelben Gewerkschaft CGT gingen alleine vergangenen Donnerstag 1,7 Millionen Franzosen auf die Straße, blockierten die Verkerhswege und griffen Bullen an. Mit Erfolg, am Samstag kündigte Premierminister Èdouard Philippe an, die Erhöhung des Renteneintrittsalters aus dem Gesetz zu streichen. Wieder einmal hat das französische Volk gezeigt, dass es absolut richtig ist, das Kämpfen und Siegen zu wagen.

Frankreich Dez 2019

Dieser Erfolg ist allerdings Erfolg auf Raten. Die herrschende Klasse Frankreichs schielt seit Jahren neidisch auf Deutschland, wo der sogennante Sozialstaat insbesondere mit der SPD-Agenda 2010 zerschlagen wurde. Sie wollen innerhalb der EU zum deutschen Kapital konkurrenzfähiger werden, indem die Löhne auf ein ähnlich niedriges Niveau gedrückt und die staatliche Aufwendungen für Arbeiter genauso beschnitten werden. Mit dem strahlenden Europäer Macron haben die französischen Kapitalisten nun einen Präsidenten, der entsprechende Reformen besonders hartnäckig und rücksichtslos durchkämpfen will, wie auch schon der brutale Umgang mit den gelbwesten Protesten gezeigt hat. Aber die französischen Massen werden weiterkämpfen und sie werden weiterkämpfen müssen, denn dieses System basiert auf ihrer Ausbeutung und Entrechtung und kann nur durch eine Revolution unter der Führung ihrer kommunistischen Partei hinweggefegt werden.