Viele werden sich noch an die medial stark aufgebauschte Kampagne „KONY 2012“ erinnern. Die NGO Invisible Children Inc. hatte es sich zum Ziel gemacht, den ugandischen Warlord Joseph Kony bis zum Jahresende 2012 festnehmen zu lassen. Dessen christliche Miliz „Lord’s Resistance Army“ („Widerstandsarmee des Herrn“, LRA) hatte unter anderem Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert und dem ugandischen Staat den Krieg erklärt. Viele Menschen unterstützten die vermeintlich guten Absichten der Kampagne und das dazugehörige Video ging viral, wie nie ein Video zuvor. Trotz der vielen Klicks und Spenden, trotz der Entsendung von afrikanischen- und Yankeesoldaten – Kony ist bis heute auf freiem Fuß.

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Die verhältnismäßig kritische bürgerliche Reportage US-Beutezug in Afrika – Operation Kony hat nun bekanntgemacht, wie wenig gut die Absichten und Folgen der Kampagne wirklich waren. Viele Spendengelder flossen in die NGO selbst oder an evangelikale christliche Fundamentalisten. Von Anfang an hofierte die Kampagne die Entsendung von Yankeesoldaten nach Uganda und teilte Informationen mit der Army. Außerdem wurden der ugandische Staat und seine Armee als Lakaien der Yankees unterstützt, obwohl auch sie für ihre Verbrechen gegen die breiten Volksmassen gefürchtet sind. Auch für bürgerliche Beobachter ist Uganda eines der "korruptesten Regime Afrikas" und die starke Unterstützung der Yankees für das Regime wäre unter anderen Umständen schwer zu erklären. Aber nach dieser Kampagne mussten Armut, Arbeitslosigkeit und staatliche Morde völlig verblassen. Die Yankees konnten Waffen liefern, ihre Truppen schicken und die geopolitisch wichtige Region Kongo-Südsudan-Uganda militärisch überwachen. Als Dank für die Unterstützung konnten sich amerikanische Kapitalisten große Flächen ugandischen Bodens und Schürfrechte unter den Nagel reißen. So ist es auch kein Zufall, dass der Sohn des US-Milliardärs Warren Buffet der NGO Invisible Children nahesteht. Tatsächlich hatten die Aktivitäten der LRA schon vor der Kampagne nachgelassen und Kony war wahrscheinlich gar nicht mehr im Land, aber darum ging es ja auch nicht. Inzwischen wurde die Verfolgung der LRA wegen Bedeutungslosigkeit eingestellt.

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Man könnte meinen „KONY 2012“ sei Schnee von gestern, aber imperialistische Aggressionen, gerechtfertigt von vermeintlich edlen NGOs, wiederholen sich immer wieder. Von wegen „humanitär“ – alles was die Imperialisten sagen sind Lügen, alles was sie anpacken wird Asche. Das muss man klarhaben, um ihre Propagandalügen auch immer als solche zu entlarven.