Der Sudan ist wie alle Länder des afrikanischen Kontinents ein halbkoloniales und halbfeudales Land, beherrscht vom bürokratischen Kapital. Im April wurde der, mehr als dreißig Jahre lang regierende Präsident Bashir, durch die Volksmassen und das Militär gestürzt.

Dieser Tatsache waren monatelange Proteste und Kämpfe voraus gegangen. Danach übernahm die Armee die Regierungsgeschäfte, nach eigenen Angaben nur kurzfristig, bis zur Bildung einer "zivilen" Regierung. Doch wie es aussieht denken die neuen Machthaber nicht daran die Macht wieder abzugeben.

Das hat natürlich auch das sudanesische Volk schnell realisiert und die neue Regierung zum Feind erklärt. Schon im April wurden Massenproteste initiiert und Teile des Landes lahmgelegt. In der Hauptstadt Khartum wurden wichtige Straßen blockiert. Seit Beginn der neuen Proteste wurde das Militärhauptquartier umzingelt und die Zufahrt durch Barrikaden blockiert. Am Montag dann stürmte das Militär den Platz vor dem Hauptquartier um diesen zu räumen. Dabei setzten sie Tränengas, Wasserwerfer und scharfe Munition ein. Während dieses regelrechten Massakers wurden nach angaben der Vereinigung der Ärzte des Sudans, welche eine führende Rolle in den Protesten spielen, mindestens 35 Demonstranten ermordet.

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Die Massen hatten der technisch überlegenden Armee nichts entgegen zusetzen. Auf der Flucht wurden zahlreiche Barrikaden errichtet um die vorrückenden Truppen aufzuhalten und Reifen entzündet um das Schussfeld der Soldaten zu vernebeln. Im Laufe des Tages kam es zu vielen Kämpfen überall in der Hauptstadt.

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Besonders hervor zu heben ist die große Beteiligung der Frauen des sudanesischen Volks an den Protesten, Demonstrationen und Kämpfen.

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Für heute Montag, den 10. Juni, wurde zu einem Generalstreik aufgerufen, welcher zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels in vollem Gang ist. Sämtliche Hauptstraße sind blockiert, fast alle Läden und Betriebe geschlossen. Es gibt Berichte von Kämpfen im ganzen Land, von Streikenden die Straßenblockaden verteidigen und neue errichten. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden mindestens vier Personen erschossen bei dem Versuch Barrikaden zu bauen.

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Wir wissen, dass nur die Kommunistische Partei der respektiven Länder eine Revolution führen kann, die wirklich etwas an den Lebensbedingungen des Volkes ändert. Und genau daran mangelt es dem sudanesischen Volk.